Neuland?!? Was hilft zu navigieren?

Hier etwas Reflektionen und Feedback zur experimentellen Gottesdienstform vom 8.1. in der Stadtkirche in Bad Berleburg.
Wer etwas Neues ausprobiert und entwickeln will, ist dabei immer auf Rückmeldungen(Feedback) angewiesen. Wie ein Entdecker/eine Entdeckerin, der/die ein fremdes unbekanntes Land betritt, helfen Rückmeldungen (Feedback) ob der Weg richtig ist oder eher in eine Sackgasse führt oder gar Gefahr führt.
Daher, aber nicht nur daher, freue ich mich sehr über die vielen Rückmeldungen zum Gottesdienst am Sonntag. Ich werde sie in dieser Blogbeitragsreihe aufnehmen und reflektieren. Wir als Team konnten dabei sehr viel lernen und viele Erfahrungen sammeln. Ich hoffe damit kann der nächste Gottesdienst im Januar wieder ein kleines Stück besser werden. Etwas steht hier auch im Hintergrund, dass vielleicht sogar andere Projekte von unseren Erfahrungen hier profitieren können.
Die Erfahrungen trafen dabei auf verschiedenen Wegen ein, d.h. das im folgenden verarbeitete Feedback stammt aus persönlichen Gesprächen, Chats und E-Mails.
Ich habe das Feedback in folgende vier Kategorien eingeteilt und widme jeder Kategorie hier einen eigenen Beitrag.

Übersicht

  1. Grundsätzliche Anfragen und Überlegungen: Hier landen alle grundsätzlichen Kommentare und Anfragen.
  2. Theologie: Theologischen Aspekte beziehen sich allgemein auf den Ablauf des Gottesdienstes (die Liturgie), ebenso wie prinzipbedingte Anfragen an diese neue Gottesdienstform.
  3. Organisation: Hier geht es um Rückmeldung zur Planungsphase, zum ersten Testlauf sowie zu allem, was noch vor der eigentlichen Umsetzung stattfand.
  4. Technik: Technisches Feedback bezieht sich auf alle technischen Aspekte des Projektes, d.h. auch die Kamerapositionen und die Internetanbindung.
  5. Fazit: Abgerundet wird das noch durch einen fünften Beitrag, der ein allgemein Feedback enthält. Über weiteres Feedback, zum Gottesdienst an sich, ebenso wie meiner Darstellung des Feedbacks und meinen Kommentaren zum Feedback, freue ich mich sehr.

Grundsätzliche Anfragen und Überlegungen

Der Aufwand für diesen Gottesdienst war für die lokale Gemeinde enorm.
Es flossen viele Stunden Vorbereitungszeit in das Erarbeiten der Liturgie und die Liedauswahl, ebenfalls probte die Band die Lieder mehrfach, darüber hinaus fand ein Probelauf für die Technik statt, der ebenfalls mehr als 5 Stunden dauerte, um einige technische Probleme im Voraus zu erkennen und zu beseitigen. Ebenso wurde dieser Gottesdienst auf weiteren Kanälen im Kirchenkreis beworben. Da diese Form des Gottesdienstes länger als eine Stunde dauert, und imVorfeld bereits ein Gottesdienst stattfand, fielen im Rahmen des Projektes auch Kosten für die Verpflegung der Gottesdienstbesucher/innen an, sowie aller Mitwirkenden und der Aufwand dies zu organisieren. Vor diesem Hintergrund denke ich ist die Frage, welche im Vorfeld, wie ich im Nachlauf zum Gottesdienst immer wieder aufkam, mehr als gerechtfertigt.


Was hat die lokale Kirchengemeinde davon?

Meiner Auffassung nach erhält die lokale Gemeinde hier eine Möglichkeit, über die eigenen geographischen Grenzen der eigenen Gemeinde (Parochie) hinaus, zu wirken. Gleichzeitig jedoch auch die Möglichkeit innerhalb der Grenzen Menschen zu erreichen, welche aus diversen Gründen die sonntäglichen Gottesdienste und auch andere Angebote der Gemeinde nicht mehr wahrnehmen.
Ich denke hier liegt eine Möglichkeit durch „neue“ Medien Menschengruppen mit der christlichen Botschaft (wieder) zu erreichen, welche im klassischen Gemeindekontext sich nicht sehr oft wiederfinden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit eine Gottesdienstform mitzuentwickeln, und damit Erfahrungen zu sammeln, welche sich den Seh- und Hörgewöhnheiten der Jugendlichen/jungen Erwachsenen/Erwachsenen annähert.
Mein Eindruck ist, immer wieder, dass der klassische Gottesdienst sich hier weit von den alltäglichen Gewohnheiten der meisten Menschen entfernt hat.
Darüber hinaus, und ganz grundsätzliche, sehe ich den Gottesdienst hier als Ausführung des Auftrags aus Matthäus 28,18-20, im Folgenden zitiert nach der revidierten Fassung aus dem Jahr 2017 der Lutherbibel:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Dieser Auftrag gilt allen christlichen Gemeinschaften. Besonders die Formulierung „alle Welt“ umfasst dabei auch wirklich alle Welt und alle Medien.
Wie die ersten Christen das römische Wegenetz nutzten, um das Evangelium zu den Menschen zu bringen, so sind wir heute, meiner Meinung nach, auch dazu aufgerufen das Internet zu nutzen, um die Botschaft Jesu Christi den Menschen näher zu bringen.

kurze Vorschau auf die nächsten Beiträge

Was genau ist die avisierte Zielgruppe?
Warum wird der Gottesdienst Live „ins Internet gebracht“?
Warum kein „einfacher“ Fernsehgottesdienst?
Ist das grundlegende Problem nicht weniger die Präsenz der Kirche in den neuen Medien als vielmehr die mangelnde Relevanz des Evangeliums im Leben der Menschen?
Geht es bei diesen neuen Gottesdienstformen nicht eher um die Begeisterung für die Technik, bzw. die Form, als um die eigentlichen Inhalte?
Rechtfertigt der Aufwand das Ergebnis?

Nachweis: Das Beitragsbild ist der Seite https://stockata.de/bild/0004474-kompass-richtung-norden-finden.html entnommen.

1 Gedanke zu „Neuland?!? Was hilft zu navigieren?“

  1. Pingback: Neue Gottesdienstformen in Entwicklung – Patrick's Pinguin-WG

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