Kommunikation und Barrierefreiheit (4/7): Jitsi-Server einrichten

Der folgende Artikel beschreibt die grundlegende Einrichtung eines Jutsi-Servers. Jitsi ist eine freie OpenSource Software, mit der sich in guter Video und Audioqualität bei relativ geringem Ressourcenaufwand Konferenzen zwischen mehreren Teilnehmern erstellen lassen. Es ist möglich nebenher Chat-Nachrichten als Text an einzelne Teilnehmer zu senden, um den Gesprächsfluss zu steuern können einzelne Teilnehmer/innen via Klick auf eine Schaltfläche eine virtuelle Hand heben. Die Software ist komplett als OpenSource verfügbar und grundlegend recht einfach einzurichten.

Voraussetzungen

Ein Grundsystem Debian 10, feste IPV4- und IPV6-Adresse, DNS-Record: testsystem.bloy.at (im Beispiel), sowie einen ssh-Zugang und die Möglichkeit, dass notwendige Ports auf dem System aus dem Internet erreichbar sind.

Ziel

Ein lauffähiger Jitsi Server der via Letsencrypt mit einem gültigen SSL-Certifikat versorgt wird.

Anleitung

Zuerst meldet man sich via ssh auf dem Server an und holt sich Root-Rechte. Danach richtet die entsprechenden Paketquellen ein. Dafür braucht es einige Pakete, welche auf meinem Grundsystem noch nicht vorhanden. Ich habe sie daher via als root installiert. Das Login via ssh erfolgte dabei mit einem normalen Benutzeraccount. Die Root-Rechte erlangte ich via su.

Danach folge eine Erweiterung des Pfades (Path), da im ersten Durchlauf das Installieren scheiterte, da die Software einige Befehle aus /sbin/ nicht aurufen konnte.

PATH=$PATH:/sbin export PATH 

Erst dann begann ich mit der Installation der benötigten und mancher sinnvoller Pakete.

# apt install gnupg2 wget screen certbot python-certbot-apache sudo

Danach folgte ich der Anleitung auf der Homepage, d.h. zuerst die Schlüssel für die Paketquelle einbinden und danach

wget -qO - https://download.jitsi.org/jitsi-key.gpg.key | sudo apt-key add -

Danach folgten die Paketquellen

sh -c "echo 'deb https://download.jitsi.org stable/' > /etc/apt/sources.list.d/jitsi-stable.list"

und via

apt update

das Aktualisieren der lokalen Paketquellen.

Danach ließ sich die Software einfach via

apt-get -y install jitsi-meet

installieren.

Es wird einmal nach den Hostname gefragt, wie im folgenden Bild dargestellt:

Jitsi-Meet fragt nach Hostnamen
Jitsi-Videobridge Abfrage Hostname

Die zweite Frage des Installers ist, ob ein eigenes Zertifkat erzeugt werden soll, oder eines eingebunden.
Da ich später LetsEncrypt verwenden will wähle ich erstes und belasse alles auf Standardwerten, auch wenn sich dort derzeit kein Zertifikat befindet.

Frage nach Selbstsignierung des Zertifikats

Um ein gültiges SSL-Zertifikat zu erstellen verwende ich

/usr/share/jitsi-meet/scripts/install-letsencrypt-cert.sh

Danach war mein System via https://testsystem.bloy.at erreichbar.

Die Konfiguration der Instanz erfolgt via /etc/jitsi/meet/testsystem.bloy.at-config.js

Aktuell befindet sich der Server im Testzustand und ist weltweit erreichbar.

1 Gedanke zu „Kommunikation und Barrierefreiheit (4/7): Jitsi-Server einrichten“

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