Gedanken zum erLeben von Gemeinschaft heute

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Die in Bad Berleburg lebende Presbyterin Katrin Spieß-Gussmann zeigt uns im folgenden Impuls, einmal eine neue lebensbejahende Perspektive auf die Chancen, welche sich in der Corona Krise bieten, anhand der Bibelstelle Gal 6,2:

Helft einander, die Lasten zu tragen. So erfüllt ihr das Gesetz, das Christus gegeben hat

Übersetzung aus der BasisBibel entnommen.

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser,

heute ist alles anders,

als es gestern war! Die alte Generation von Ihnen kennt es, und Ostdeutschland hat es auch 1989 erlebt. Trotzdem gibt es diesmal einen Unterschied:

In kürzester Zeit betrifft es die ganze Welt, und es ist unwichtig woher ich komme, was ich habe, wer ich bin. UnsereIn Betroffenheit und unsere Ratlosigkeit wächst.

Wir sollen zu Hause bleiben und anderen Menschen helfen und zur Seite stehen. Die einen leisten ohne Pause, und andere fühlen sich überflüssig und leer, fühlen Langeweile. Letztens las ich im Galaterbrief 6,2: Einer trage des anderen Last! So werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen! Das passt ja gut, habe ich gedacht, und so leicht kann es sein, Gottes Wege zu gehen. Durch die Einschränkung und Krankheit wird für viele zurzeit das Leben schwerer, und wir können da etwas Last nehmen, indem wir helfen, unterstützen, Zeit haben. Aber ist nicht diese Last auch eine Chance?

Bei Last denken wir an schwer, nicht zu ertragen…

Last kann aber auch positiv sein, indem ich mich besser spüre, indem ich was erlebe, Anerkennung bekommen. Einfach weil ich „es tue“. So kommt in mir auch die Überlegung, ob es vielleicht auch manchmal schwer sein wird, sich zu ertragen!
Wir leben in einer schnellen Zeit, mit vielen Veränderungen, bei denen wir funktionieren müssen. Jetzt funktionieren wir, aber werden gerade mal gebremst. Wie ist es, mit mir klar zu kommen? Zeit zu haben, sich mit mir auseinander zu setzen – Mag ich mich so uneingeschränkt? Habe ich ein gutes Verhältnis zu mir, und werde so fähig, Beziehung zu anderen Menschen aufzunehmen? Beziehungen zu bauen und zu halten? Was fange ich mit meinem Partner, Kindern, Eltern und Nachbarn an?

Mir kam der Gedanke eines Netzes

Vor einiger Zeit hatten wir im Gemeindebrief das Thema „vernetzen“. Dies würden wir tun, indem wir nach Gal. 6 handeln. Doch wie lange hält das Netz, wenn die Henkel schlapp sind?
Nehmen sie sich doch die Zeit, Ihren eigenen Körper neu zu entdecken, Ihn einer Wellnessbehandlung zu unterziehen! Seien Sie sich der beste Freund und verwöhnen sich! Tun Sie Dinge wie lesen, staunen, hören, was sonst oft zu kurz kommt.
Liebe Schülerinnen und Schüler, nutzt die Zeit in der Familie. Entdeckt eure Eltern und Geschwister neu.erzählt von euren Gedanken! Entdeckt neue Hobbys in den eigenen 4 Wänden. So können Sie und Ihr stabil werden in der horizontalen Ebene Mensch-Mensch.
In der vertikalen Ebene suchen wir den Kontakt zu Gott.
Scheuen Sie/Ihr sich/euch nicht zu klagen über die Ängste die täglich entstehen. Rufen zu Gott, wie es die Psalmisten getan haben, ist eine gute Möglichkeit (und es darf auch laut sein), kommen Sie/Ihr zu Jesus im Gebet, Schriftlese und im Lobpreisgesang, denn so wird unsere Seele gesund.
Wenn wir es schaffen, die freie Zeit für die Gesundung und Stabilisierung der Ebenen zu uns, zum Nächsten und zu Gott zu stärken, können wir ein Netz bauen, was über diese Krise halten wird. Vielleicht hängen Sie sich ein Netz auf und stecken kleine Zettel hinein aus unterschiedlichen Farben oder unterschiedlich gefaltet, mit den Lasten, die Sie ins Netz tun wollen. Wir können dann bestimmt staunen, wie bunt gefüllt unser Netz ist, und welche Ebenen wir eingehen.

Ich hoffe,

dass ich Ihre/Eure Neugier auf Euch, Gott und Eure Umgebung geweckt habe!
So wünsche ich allen ganz viel Gesundheit und Gottes Segen.
Wir legen ein Lied mit in den Gemeindebrief, welches Sie singen können oder laut oder leise lesen dürfen.
Ich verspreche Ihnen, wenn wir uns wieder sehen, füllen wir die Kirche mit diesem Lied aus!

Katrin Spies-Gußmann

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